Achim H. Pollert: Die eigene Unabhängigkeit

Achim H. Pollert (*) über ein Geheimnis des Reichtums ///—///

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Sagen wir, der Mann hiess Kiesling.

Ich kannte ihn vom Vorbeigehen. Vielleicht zehn Jahre älter als ich. Irgendwo Abteilungsleiter bei der Riesenbank, bei der wir beide arbeiteten. Ich war Assistent eines Abteilungsleiters. Und so schienen beide Lebenswege etwas vorgezeichnet. Möglicherweise würden wir dann ja auch einmal in etlichen Jahren gemeinsam im einen oder anderen Gremium sitzen.

Und dann würde man sich erinnern daran, dass man sich immer mal wieder begegnet war auf dem Gang und sich Gutentag gewünscht hatte. So etwas fördert auf lange Sicht das Wir-Gefühl und stärkt den innerbetrieblichen Zusammenhalt.

Ich wusste ansonsten nicht allzu viel von Herrn Kiesling.

Er mischte sich kaum unter das Volk, so viel fiel mir auf. Wenn wir anderen in der Cafeteria sassen und uns bei Kaffee und Zigaretten so sehr wichtig vorkamen mit unserer Sprüchemacherei, dann sah man Herrn Kiesling allenfalls einmal über den Gang huschen und sein altbekanntes Gutentag dem versammelten Haufen zunicken. Und auch vor so verschiedenen Pflicht- und Quasi-Pflichtveranstaltungen verstand er sich meist zu drücken. Man vermisste ihn bei informellen Apéritifs, etwa zum Abschied des einen oder anderen Mitarbeiters, ebenso wie beim Wettkampf auf der hauseigenen Betriebssportanlage.

Und irgendwie schaffte er es auch, bei den halboffiziösen Strategiesitzungen und Kadertreffen ganz zu fehlen oder sich nach wenigen Minuten abzuseilen.

Wie gesagt, ich wusste nicht allzu viel von Herrn Kiesling.

Doch nur ein Grossmaul?

Befremdlich aufgefallen ist mir Herr Kiesling dann aber durch eine eher beiläufige Bemerkung.

Wir – mein Chef und ich – sassen wieder einmal in der Cafeteria und diskutierten über all die gewichtigen Fragen, die uns so beschäftigten. Währenddessen promenierte Herr Kiesling vorbei. Aussergewöhnlich war, dass er dieses eine Mal nicht nur einfach einen guten Tag wünschte, sondern einen Augenblick stehen blieb, um zu fragen, wie es denn so ginge.

Und mein Chef begann zu jammern. So wie viele Manager jammern. Oder auch Lehrer. Oder Politiker.

Vom schrecklichen Stress. Von den immer weiter steigenden Anforderungen. Von den immer widriger werdenden Rahmenbedingungen. Von der allgemeinen Härte des Jobs überhaupt.

Herr Kiesling stimmte eigentlich nicht gar so sehr in diesen Jammergesang ein. Davon, dass er vielleicht überfordert und gestresst wäre, sprach er nicht. Wohl aber liess er keinen Zweifel offen, dass es ihm hier in diesem Laden auch nicht sonderlich gefiel.

Und dann schliesslich sagte er etwas, was mir noch lange Zeit zu schaffen machen sollte.

Nämlich diesen Spruch: „Ich muss hierher kommen, weil ich das Geld brauche. Wenn ich die 1,000 Franken, die ich im Monat brauche, auch so hätte, würde ich nicht mehr arbeiten gehen.“

Ich weiss nicht, wie ernst es Herrn Kiesling damals mit seiner Aussage war. Ob das nur eine Art von Grossmauligkeit war, um sich interessant zu machen. Ob das als reiner Scherz gemeint war. Ob das eine Wichtigtuerei nach dem Stil war: „Ich könnte auch anders“. Ich weiss es nicht.

Ich jedenfalls stellte mir von da an die Frage, ob eine solche Aussage denn realistisch und ernstzunehmen ist.

Ich war jung, Nachwuchs-Führungskraft, allein lebend, keine Kinder. Gemessen an dem, was unsereiner im voraus vielleicht hätte erwarten können, verdiente ich recht gut. Man mag sagen, dass manch einer, der mit mir zusammen die Schulbank gedrückt hatte, meine damalige Existenz schon als das erstrebenswerte Lebensziel betrachtet hätte.

Ein Problem war: Ich kam mit diesem vielen Geld gerade mal eben so über die Runden.

Alleine die Miete, die ich für meine Loft auf dem Stadtgebiet von Zürich berappte, lag schon über den tausend Franken, von denen Herr Kiesling so beiläufig als seinem eigentlichen Lebensbedarf gesprochen hatte. Ich wohnte in Zürich, gönnte mir eine gepflegte Garderobe und zeigte mich als Hobby-Koch den Gourmet-Genüssen aufgeschlossen.

Und dafür ging das Geld, das ich da so verdiente, eben drauf.

Gelegentlich bekam die eine oder andere Dame einen grösseren Blumenstrauss aus dem Fachgeschäft. Spontan wurde auch einmal ein Wochenendflug gebucht. Ich rauchte viel und trank gepflegt (und gelegentlich auch umgekehrt…)

Das sollte sich im Lauf der Jahre mit steigendem Einkommen noch verstärken. Da kamen dann noch die Sterne-Restaurants aus dem Guide Michelin, edle Tropfen aus den besten Weinanbaugebieten der Welt sowie gelegentliche Aufenthalte in Luxushotels hinzu.

Da konnte dann ein einzelnes Wochenende ohne weiteres diesen magischen Betrag von einem Tausender ganz massiv überschreiten, von dem einst ein Abteilungsleiter bei der Bank behauptet hatte, er könnte davon einen Monat lang leben.

Als er das behauptete, hatte ich selbst noch gar nicht das Gefühl, ein besonders süsses Leben zu führen. Und selbst dannzumal, als ich selber mein Leben noch durchaus mittelmässig und durchschnittlich einstufte, hatte ich ganz beträchtliche Zweifel daran, inwiefern man so eine Behauptung für voll nehmen könnte.

Die kleinen Leute im grossen Leben

Wie gesagt: Ich weiss nicht, was aus dem Herrn Kiesling geworden ist, der bei mir diesen ersten Stein ins Rollen gebracht hatte. Und ich hätte damals mein Leben auch nicht gross geändert.

Rückblickend fällt mir zunächst schon einmal auf, dass mir in diesem Milieu der Luxus-Vergnügungen nie jemand begegnet ist, der zu den wirklich traditionell Reichen gehört hätte. Irgendwo in einem gediegenen Schlosshotel in England einmal ein General, Aerzte, sonstige Akademiker, Freiberufler, Kleingewerbe-Angeber Marke Boutique-Besitzer, jede Menge Beamte, Bankangestellte, und all deren Witwen natürlich, und all dergleichen auch noch im Ruhestand.

Insgesamt alles eher kleine Leute. So wie ich.

Und von denen hätte auch keiner einen Monat lang von tausend Franken leben können. So wie ich auch nicht.

Also weniger das Vorurteil, man müsste sich nur ausreichend im entsprechend gesetzten Milieu bewegen, um dann selber zu diesem Milieu zu gehören. Dieses Urbild davon, dass man – quasi als Hochstapler – nur einmal den Zugang zu den vermögenden Kreisen finden müsste, um dann selber auch zu ihnen aufzusteigen, wird ja auch in Literatur und Medien durchaus gepflegt. So etwa bei Mark Twain in der Geschichte von der Eine-Million-Pfund-Note. Und in so manchem „Hoppla-jetzt-komm-ich“-Film mit Hans Albers oder Heinz Rühmann.

Meine persönliche Erfahrung geht da eher ins Gegenteil: In diesem vermeintlichen Milieu sind eher die kleinen Leute unterwegs, die auf die eine oder andere Art nun einmal zu ein bisschen Geld gekommen sind. So wie ich damals.

Ich bin in meinem Privatleben also nie einem wirklich Reichen einmal etwas näher gekommen. Aber natürlich hatte ich in meinem früheren Leben als Bankangestellter hin und wieder auch rein beruflich mit solchen Reichen zu tun.

Leute, die wirklich ein solides Vermögen erworben hatten. Oder gar solche, die von Haus aus reich waren.

Damals fiel mir das weniger auf. Rückblickend aber stelle ich fest, dass sehr viele von diesen Leuten eigentlich recht unspektakulär leben.

Etwa der Student, der für seine Kommilitonen an der Uni eine Einkaufsgemeinschaft für High-Tech-Equipment organisierte. Daraus entwickelte sich in nur wenigen Jahren ein erfolgreiches Computer-Unternehmen, das er dann verkaufte für einen mehrstelligen .Millionenbetrag. Der ein sehr normales Leben führt, weder in der besseren Gesellschaft noch in der Schickeria-Szene irgendwelche Stellungen anstrebt und sich ab und zu eine Pauschal-Ferienreise gönnt.

Oder die Ururenkelin eines Industriebarons aus dem 19. Jahrhundert, die aus ihrer Herkunft eben immer noch einen grösseren Anteil an einem der grössten Konzerne Europas besitzt. Die sich recht ökologisch orientiert, in einer Kleinstadt mit dem Fahrrad unterwegs ist und mit grösster Freude ihre Freizeit in einem Schrebergarten verbringt.

Solche Menschen, die nach unseren Massstäben eigentlich gar nicht sonderlich auf das Geld achten müssten, leben meist auch nicht von tausend Franken im Monat.

Aber: Sie könnten es. Sie hätten es schon immer gekonnt.

Das Dach über dem Kopf

Sicher ist es um einiges einfacher, mit einem solchen Mini-Betrag auszukommen, wenn einem nicht allmonatlich wiederkehrende hohe Kosten im Nacken sitzen.

Deshalb wohl wohnten meine Reichen in aller Regel im Eigentum. Das Dach über dem Kopf gehörte ihnen und war vollständig abbezahlt.

Aber nicht selten waren diese Behausungen recht konventionelle Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen. Oft so gar nicht die prunkvollen Schlösser und Villen an den teuersten Lagen. Wenn man solche Nobel-Immobilien von den Vorfahren ererbt hatte, dann waren die oft schon seit langem veräussert. Oder man hatte sie der öffentlichen Hand – der staatlichen Museenverwaltung, dem Denkmalamt o.ä. – vermacht. So waren sie selbst die enorme Kostenlast los, die so eine Protz-Behausung mit sich bringt.

Sehr erstaunt nahm ich etwa einst zur Kenntnis, dass der ultramontan reiche Spross eines alten Adelsclans zwar noch im Schloss seiner Vorväter lebte, dort aber die Dreizimmerwohnung des ehemaligen Verwalters bewohnte, die von der Gräfin mit einem Kohleofen beheizt wurde. Der Rest der Anlage befand sich im Besitz einer Stiftung und wurde vom Staat verwaltet.

Keine Spur von italienischer Designerküche für 150,000 Euro. Oder dem Badezimmer aus Marmor mit vergoldeten Armaturen und integrierter Acht-Personen-Sauna. Kein Hallenbad im Keller. Und keine Anlegestelle mit Bootshaus am Seeufer. Und auch keine Tiefgarage für die acht Oldtimer. Alleine schon weil man nur einen bereits etwas klapprigen Mittelklassewagen fuhr, für den ein Carport völlig genügte.

Meine Reichen traf ich da viel eher im soliden Hundert-Quadratmeter-Einfamilienhaus an. Viereinhalb Zimmer, Küche, Bad. Mit etwas Garten drumherum Ohne sonderliche Fürze, die man aus den Boulevard-Magazinen im Fernsehen kennt.

Diese Leute hatten ihre Häuser nicht, um sie zu zeigen.

Denen ging es vielmehr darum, kostenlos ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Und genau das hatten sie.

Und der Tausender?

Stellt man sich nun vor, man könnte gratis wohnen, dann wäre das mit den tausend Franken als Budget zum monatlichen Lebensunterhalt schon wieder etwas weniger abwegig. Dann hätte man zumindest das Gefühl gehabt, es wäre rein physisch möglich, einen Monat lang mit diesem Betrag über die Runden zu kommen.

Sicher: Die sprichwörtlichen grossen Sprünge würde man damit nicht machen können.

Aber für unsereinen würde es natürlich auch bedeuten, dass man sich bei den vermeintlich kleinen Sprüngen ebenso erheblich zurückhalten müsste. Bei all den Dingen, die unsereiner als kleiner Bankangestellter so zu den Annehmlichkeiten des Lebens zählte. Angefangen beim schnellen Café an der Ecke über die allmorgendlichen Gewohnheitskäufe am Kiosk bis zu den regelmässigen Restaurantbesuchen, die man so dazwischenschob.

All die Kleinigkeiten, von denen man als Unter- bis Mittelschichtler so meint, sie machten das Leben lebenswert, und die sich zum kostspieligen und aufwendigen Lebenswandel aufstapeln.

So sehr ist man an diese Lebensführung gewöhnt, dass einem im Ernstfall sehr schwer fallen würde, dann wirklich auch auf all diese merkwürdigen Details zu verzichten. Mit einem verfügbaren Budget von einem Tausender im Monat würde man sich schlicht „bettelarm“ fühlen. Tatsächlich ist es ja auch so, dass Menschen, die nicht mehr als diesen Betrag zur Verfügung haben, sich in der Regel nicht nur richtig arm fühlen sondern eben nach behördlicher Definition auch als arm gelten.

Zumindest nach den Berichten der Boulevard-Medien äussert sich diese Armut dann aber zunächst einmal darin, dass man den Kindern nicht alle erwünschten Angeber-Markenklamotten kaufen kann und ihnen das Handy-Budget auf einen zweistelligen Betrag pro Monat begrenzen muss.

Man läuft Gefahr, in den Zynismus abzugleiten angesichts solcher Ueberlegungen.

Immerhin aber hat es den Anschein, dass mancher Superreiche mit weniger Geld im Monat auskommt, ohne dass jemand auf die Idee käme, von Armut zu reden. Ohne Designer-Klamotten. Ohne Besuche in Szene-Restaurants. Ohne Extratouren. Und ohne dass sie das Gefühl hätten, deshalb auf etwas zu verzichten.

Und wenn jemand etwa im Wirtshaus solche Sprüche zu Besten gibt wie: „Ich lebe zwar über meine Verhältnisse – aber noch lange nicht standesgemäss.“, dann steckt dahinter in der Regel keiner, der jemals Aussicht auf ein grösseres Vermögen hätte. Allenfalls eher schon einmal darauf, als Lottokönig auf direktem Weg in de Konkurs zu reiten.

Das Schlüsselwort dahinter

Es gibt hinter diesem Verhalten ein Schlüsselwort, das dies alles auflöst.

Es geht nicht um Sparsamkeit. Nicht um Geiz. Nicht um irrationale Verarmungsängste. Und es geht auch nicht um einen vermeintlichen Zwang, so sein zu wollen wie alle.

Der Kern der Sache liegt vielmehr in der persönlichen UNABHAENGIGKEIT.

Wir alle kennen dieses geflügelte Wort von der „finanziellen Unabhängigkeit“. Und irgendwie stellt man sich wohl vor, dass es sich dabei um die Möglichkeit handelt, jederzeit Geld zum Ausgeben zu haben – und zwar soviel man will. Geld in Hülle und Fülle – mehr als man ausgaben kann.

Und alle anderen sind dann eben irgendwie abhängig. Die müssen arbeiten, sind angewiesen auf ein regelmässiges Einkommen. Die sind eben abhängig. Von einem Arbeitgeber. Von den Kunden. Von der Marktentwicklung. Und die müssen sich von anderen auch alles sagen lassen.

Was allerdings bei diesen Vorstellungen verkannt wird, ist eine ganz andere Tatsache.

Nämlich: Wirklich unabhängig sind nicht diejenigen, die möglichst viel Geld zum Ausgeben haben. Wirklich unabhängig sind diejenigen, die möglichst niedrige persönliche Ansprüche haben.

Denn Geld zum Verleben und zum Protzen geht zur Neige – egal ob es nun 500 oder 500 Millionen sind. Wer die Gewohnheit zum Ausgeben hat, der wird das Verfügbare stets bis zum Anschlag fortschaffen. Mit steigenden verfügbaren Mitteln steigen bei so einem Menschen dann bestenfalls die Ausgaben – nicht aber die persönliche Unabhängigkeit.

Sehr plastisch zu beobachten ist dies etwa bei den inzwischen schon beinahe typischen Lottogewinnern, die ihren Lebenswandel jeweils dem unerwarteten Geldsegen anpassen und die dann in kurzer Zeit wieder vor dem Nichts und einem Haufen von Schulden stehen. Solche Leute schaffen es ohne weiteres, in wenigen Jahren zweistellige Millionenbeträge durchzubringen, ohne dass etwas Greifbares übrigbleibt.

Unabhängig werden sie durch das plötzliche Vermögen nicht. Weder finanziell noch sonst irgendwie..

Unabhängig sind dagegen diejenigen, deren Lebenswandel eben keine Unsummen verschlingt. Die jederzeit mit wenig und auch mit fast nichts auskommen. Nötigenfalls über Jahre hinweg. Und das alles ohne dass sie gross darunter leiden würden oder einen inneren Zwang dabei empfinden würden.

Denn nur in so einer Lage kann man sich auch jederzeit jeglichem Zwang entziehen.

Weder ist man je gezwungen, etwa den Anweisungen eines Arbeitsvorgesetzten blind und gegen die innere Ueberzeugung zu gehorchen. Noch muss man einen Vermögenswert weit unter Preis verschleudern, weil man gerade nicht flüssig ist und das Geld jetzt braucht. Wer im kommenden Monat nicht wieder einen monströsen Betrag für die Miete, für allerlei Abzahlungsraten, für Nahrungs- und Genussmittel, für Wirtshausbesuche u.s.w. aufbringen muss, der ist auch nicht mehr auf das Wohlwollen eines anderen angewiesen.

Wer sich wirklich zurückziehen kann in eine vielleicht bescheidene, aber absolut sichere Existenz, ist frei in seiner Entscheidung. Und damit eben unabhängig und nicht auf andere angewiesen.

Warum ist Unabhängigkeit so wichtig?

Diese Freiheit verschafft einem dann genau den Bewegungsspielraum und den inneren Antrieb, um ein Vermögen zu erwerben und – wichtiger noch – zu erhalten.

Denn dann gerät man ganz zu Anfang schon einmal nicht in dieses Laufrad, in dem man ständig nur damit beschäftigt ist, das eigene Bedürfnis nach Dingen zu befriedigen, die man nicht braucht. Mit Geld, das man nicht hat. Womöglich um Menschen zu gefallen, die man nicht mag. Das Laufrad, das einen beschäftigt und auslastet damit, einen Bedarf heranzuschaffen, den man aus welchen Gründen auch immer für nötig hält.

Ist man erst einmal eingebunden in diese anhaltende Abfolge von Zwängen, dann ist es mit der Unabhängigkeit tatsächlich dahin. Dann wird der Ausstieg schwierig, der die Freiräume schafft, die zum Wohlstand führen. Da bleibt dann nur noch die Hoffnung auf das Unerwartete oder das Unmögliche wie Börsen- und Lottogewinne oder plötzliche Erbschaften.

Persönliche Unabhängigkeit ist immer dort wichtig, wo es um Geld geht. Wo sie fehlt, ist das Verlustgeschäft bis hin zur Verarmung quasi schon vorprogrammiert.

Wer etwa sein Haus verkaufen MUSS, weil er auf einen bestimmten Stichtag das Geld braucht – aus welchen Gründen auch immer -, kann nicht mehr einen dem Wert angemessenen Preis verlangen. Wer einen Auftrag haben MUSS, weil er auf die Einkünfte daraus angewiesen ist, hat hinsichtlich des Honorars keinen Verhandlungsspielraum mehr.

Gar zu oft ist zu beobachten, wie scheinbar florierende Unternehmen zusammenbrechen, weil alle Gläubiger gleichzeitig ihr Geld zurück verlangten.

Indem man sich persönlich unabhängig macht, erhält man sich selbst handlungsfähig. Und damit wird man eben nie „gezwungen“ sein, dieses oder jenes zu tun. Weder um einen irgendwie gearteten Lebenswandel zu finanzieren. Noch dazu, Werte aufzulösen, Kredite aufzunehmen u.s.w., um nachträgliche Misswirtschaft wieder gut zu machen.

Und als Privatperson jedenfalls wird man unabhängig durch entsprechende Anspruchslosigkeit. Es gibt sogar Denker, die sagen, man würde dadurch glücklich.

Und so verstehe ich heute die Worte, die mein Herr Kiesling damals so dahinsagte vom Tausender zum Leben. Das könnte ich inzwischen auch. Heute noch. Zwar bin ich nicht reich. Aber ich würde nicht mehr daran verarmen.

Was aus Herrn Kiesling wurde?

Keine Ahnung. Ich habe ihn zu wenig gekannt. Ich weiss nicht, ob er reich war… aber das ist ja schon wieder ein anderes Geheimnis des Reichtums.

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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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