Achim H. Pollert: Was ist der Mittelstand?

Achim H. Pollert (*) über eine Tatsache und ihre Konsequenzen im Alltag

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Es war ein indischer Politiker, den ich damals wohl im englischen Fernsehen gesehen habe. Angesprochen auf das Wohlstandsgefälle in seinem Land, stellte er fest, in Indien gäbe es inzwischen einen Mittelstand von 100 Millionen Menschen.

Natürlich: Das Problem ist bekannt, dass in weniger entwickelten Ländern die Schere zwischen Arm und Reich weiter und extremer auseinander klafft. Es gibt weniger Reiche als in den Gesellschaften des Westens, und die sind viel reicher als die Reichen hierzulande.

Dafür gibt es endlose Scharen von Bettelarmen, die nichts haben und nichts wissen.

Dem Politiker seinerzeit war natürlich daran gelegen, dass die absolute Zahl des Mittelstands in seinem Land eben doch beeindruckend hoch ist (so viel wie Frankreich und Grossbritannien zusammen Einwohner haben). Aber selbstverständlich ist das an einer Gesamtbevölkerung von einer Milliarde immer noch vergleichsweise wenig.

Dass ein Grossteil der indischen Bevölkerung nach wie vor mittellos und weitgehend ungebildet ist, das wurde einer Weltöffentlichkeit vor nicht allzu langer Zeit etwa auch durch den Film „Slumdog Millionaire“ vorgeführt, in dem man einem „Inder von der Strasse“ nicht glauben will, dass er ein TV-Quiz gewinnt.

DER GESELLSCHAFTLICHE STAND

Gerade Indien soll ja bekanntlich das Problem haben, dass es traditionell geprägt ist von der Kastenstruktur. Demnach werden die Menschen von Generation zu Generation in eine bestimmte Gesellschaftsschicht hineingeboren, dies wäre ihr unabwendbares Schicksal, beginnend oben beim Maharadscha und endend ganz unten bei den Unberührbaren.

Wenn nun diese Tradition, sagen wir, in Indien weiterbesteht, dass das Ganze jeweils als gesellschaftlicher Stand besteht, dass nur wenige dort hineinwachsen und dass nur wenige daraus herausfallen.

In den gesellschaftlichen Strukturen der Schwellenländer scheint dies wohl auch so zu sein. Die Rede ist von Familien und von Entwicklungen, die über mehrere Generationen währen. Und tatsächlich hat man den Eindruck, dass in weniger hoch entwickelten Verhältnissen solche Familien, die es einmal geschafft haben in diese mittlere Schickt, nicht mehr so schnell abstürzen in die Gosse.

Es mag daran liegen, dass diese Menschen unter solchen Umständen eben schon als reich gelten. Bänkler, Aerzte, Beamte, Hotelangestellte, Handwerksmeister, Architekten, Ladeninhaber, Lehrer u.s.w. Die ganze Palette derjenigen, die wir als typische Mittelständler einstufen würden.

Wenn diese Leute dort bereits zu den „Reichen“ gehören, dann haben sie vielleicht auch schon das „reiche“ Verhalten angenommen, d.h. auf den familiären Zusammenhalt zu achten und sich in gesicherten sozialen Netzen zu bewegen.

Bei den Reichen in den westlichen Gesellschaften – den wirklich Reichen, wohl gemerkt – wissen wir ja, dass diese Verhaltensweisen ganz typisch sind und dass es tatsächlich ja auch so ist, dass es sich dabei um eine weitgehend geschlossene Gesellschaft handelt. Wir wissen, dass im Westen 80 oder mehr Prozent der Reichen durch Erbschaft reich geworden sind. Wir wissen aus Studien, dass von weitaus den meisten Reichen die Grosseltern auch schon reich gewesen sind.

Hier, bei den ultramontan Reichen, kann man auch im Westen von einem eigentlichen „Stand“ reden. Eine oberste Kaste von vergleichsweise Wenigen, die  grosse Vermögen besitzt und die über die Jahrhunderte erhalten bleibt. Das mögen alte Adelsgeschlechter ebenso sein wie die Zürcher Zünftler oder der Basler Teig. Too rich to fail.

Fragen muss man sich dagegen, ob denn das, was wir umgangssprachlich als den Mittelstand bezeichnen, in unserer westlichen Gesellschaft überhaupt ein solcher „Stand“ ist.

Ist z.B. so, dass ein Arzt, der hier und jetzt gut und sehr gut verdient, aber eben nicht richtig reich ist wie die Schmidheiny oder die Jacobs, ganz selbstverständlich aus einer gediegenen Mittelstandsfamilie stammt? Und ist es so, dass die heute lebenden Enkel von so einem einst tätigen Doktor Nötzli aus Flawil heute zwangsläufig Mittelständler sind? So zwangsläufig wie die Enkel von Rothschild reich sein werden?

Des Bankprokuristen Fuchs aus Zürich?

Des Bauhandwerkers Balmer aus Wolfhalden?

Des Mittelschullehrers Friedli aus Bern?

Oder ist es so, dass sich über zwei, drei Generationen hinweg auch wieder reichlich Minderbemittelte befinden? Wird da eine Enkelin vielleicht als allein erziehende Mutter gerade so über die Runden kommen? Wird da ein Hilfsarbeiter auf dem Bau in den höchsten Tönen davon schwärmen, der Grossvater habe eben noch ein eigenes Geschäft gehabt? Wird da ein Regional-Handelsvertreter dem Sozialamt Arbeit bereiten, weil er nach heftigem Zechen den Führerausweis los geworden ist?

Werden da die Irrungen und Wirrungen des Lebens in der Art zugelangt haben, dass viele von den Nachkommen eines solchen Mittelständlers dann eben wieder am unteren Rand der Gesellschaft gelandet sind? Besteuerung, individuelles Unglück, Fehleinschätzungen, Miderbegabung, falscher Ehepartner… was das Leben so für uns bereithält und wir eben nicht reicht genug sind, um uns davor zu schützen.

Wenn das so ist – und das ist wohl unsere Alltagserfahrung -, dann wäre diese mittlere Gesellschaftsschicht gar nicht so sehr ein „Stand“. Vielmehr würden dann bei jeder Generation in weiten Teilen die Karten neu gemischt („new deal“, wie es seit Roosevelt im Englischen ein politischer Begriff ist).

Dann wäre diese mittlere Schicht auch nicht „mittelreich“ sondern eher „gut verdienend“.

Diesen Uebergang von der eigentlichen Standesgesellschaft zur Schichtgesellschaft beobachten wir im westlichen Kulturkreis bereits seit mehr als hundert Jahren. Man denke nur etwa an die Literatur. Thomas Mann z.B., der in den Buddenbrooks beschreibt, wie die Tochter genötigt wird, nicht den geliebten Medizinstudenten sondern einen wohlhabenden Geschäftsmann zu heiraten. Später stellt sich dann heraus, dass der vermeintlich reiche Kaufmann ein Schuldenarsch und Konkursbetrüger ist, während der ehemalige Bettelstudent, Sohn eines einfachen Fährmanns, Chefarzt geworden ist.

Oder auch Heinrich Mann, der in Professor Unrat beschreibt, wie ein Mittelschullehrer zum Sozialfall wird, weil er sich in eine Hure verliebt und sein Geld auf den Kopf haut.

Beschrieben werden da gesellschaftliche Schichten, die sich weniger durch Vermögen oder Herkunft sondern vielmehr durch ihr Einkommen unterscheiden.

Dass selbst hohes Einkommen nicht direkt etwas mit Vermögen zu tun hat, belegt eine kleine Rechnung: Selbst wenn jemand so viel verdienen würde, dass er jeden Monat 25,000 Franken auf die Seite legen könnte, dann käme er nach 40 Jahren mit den Zinsen auf Ersparnisse von etwa 20 Millionen. Das mag ein schöner Batzen Geld sein, die satten alten Vermögen allerdings fangen vielleicht beim Zehnfachen oder noch mehr an.

DURCHLAESSIGKEIT

Was wir heute als Mittelstand verstehen, ist somit eine eher durchlässige Bevölkerungsschicht, die nicht über ihr Vermögen, sondern über ihr Einkommen definiert werden. Eben wird auch die Armut über das Einkommen definiert. Arm ist etwa, wer in der Schweiz über weniger als ca. 2,200 Franken monatlich verfügt.

Das Einkommen ist abhängig von vielen Einflussgrössen.

In erster Linie wohl von Angebot und Nachfrage.

So etwa erinnere ich mich, wie in den 80er Jahren in der Schweiz, namentlich in Zürich, Bürohilfen knapp wurden. Noch vor dem PC.

Da gab es z.B. bei den Banken sogenannte Sachbearbeiter, deren Aufgabe es war, die Kontoverläufe von einigen tausend Kunden zu beobachten. Die hatten einen riesigen Tisch als Arbeitsplatz, in dem die Tausende von kleinen Mäpplein aufbewahrt wurden, in die sie jeden Tag die aktuellen Kontoauszüge einsortieren. Und wenn irgendwo am Schalter jemand Geld von seinem Konto beziehen wollte, dann rief der Kassier beim betreffenden Mitarbeiter an, ob da genug auf dem Konto wäre.

Diese Leute hiessen Visabuchhalter und waren hoch angesehen und als Fachleute gesucht. Wer weiss, mancher heutiger Bankdirektor hat vielleicht dort seinen Ursprung erlebt…

Von den Tausenden von Datenerfasserinnen, Codierungsassistentinnen, Formularkorrespondentinnen u.s.w., die ganze Säle füllten, einmal ganz abgesehen.

Bedingt durch die grosse Nachfrage nach solchen Hilfskräften – ob so genannt oder nicht – ging so mancher Belegsortierer bei einer Bank oder Versicherung, der vielleicht mit Ach und Krach eine kaufmännische Lehre abgeschlossen hatte, damals mit einem enormen Gehalt nach Hause.

Ein klarer Fall von Mittelschicht. Von Armut keine Spur. Nicht bedingt durch soziale Herkunft und nicht bedingt durch besondere fachliche Qualifikation.

In modernen Gesellschaften scheint diese Durchlässigkeit der Mittelschicht (von und nach unten…) ein wesentliches Merkmal zu sein. Wie viele von jenen Menschen damals, die allesamt schon mit dem Aufkommen des PC, geschweige denn  der IT-Revolution, ihrer kleinen Arbeit mit dem grossen Einkommen beraubt wurden, heute auch noch in ebenso guten bürgerlichen Verhältnissen leben, kann niemand sagen. Ebensowenig, was aus den Nachkommen geworden ist.

Diese Durchlässigkeit jedenfalls hat Folgen.

À PROPS TV-QUIZ…

Von dem Film, in dem man nicht glauben will, dass ein indischer Slumdog die Fragen des TV-Quiz beantworten kann, war eingangs schon die Rede.

In den hiesigen Quizshows treten nun keine unterprivilegierten Slumbewohner auf.

Sondern es sind Leute eben genau aus dieser Mittelschicht, die da hinter der Million her sind.

Und da fällt auf, dass es in dieser Mittelschicht ein stark ausgeprägtes Kleinbürger-Segment gibt, das zwar teilweise über ein durchaus ansehnliches Ein- und Auskommen verfügt, das aber BILDUNGSFERN ist. Das ist ein gesellschaftliches Segment, das bei einfachsten Fragen der Allgemeinbildung passen muss.

Überlassen Sie Ihre Texte nicht dem Zufall…

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Nicht nur im Quiz.

Ich denke an den höherrangigen Mittelschullehrer (BWL und Rechnungswesen), für den die deutsche Literatur aus Goethe und Schiller bestand und für den Lessing eine „Finanzierungsart“ war.

Ich denke an die Bankdirektoren, die sehr genau Bescheid wussten über den jeweiligen Stand von Skirennen und Fussball und die noch nie davon gehört hatten, dass es im Jahresverlauf jeweils im Frühling und im Herbst einen Tag gibt, an dem Tag und Nacht gleich lang sind.

Ich denke an die Personalchefin einer englischen Grossbank, die nach dem Bewerbungsgespräch mit einer Südafrikanerin meinte, die betreffende Dame sähe „fast so ein wenig indisch“ aus. Und die dann säuerlichst befremdet war, wenn ihr jemand sagte, dass es in Südafrika eine grosse indische Gemeinde gibt und die Bewerberin Inderin ist.

Zum eigentlichen Kleinbürger werden solche Leute natürlich nicht wegen ihrer Unbildung, sondern weil sie sich trotzdem für etwas Besseres halten als die anderen einfachen Menschen.

Es gibt bestimmt böse Zungen, die überspitzt formulieren würden, es gäbe da eine sehr grosse Zahl von Fachidioten, die mehr oder minder in einer Schnellbleiche dahin bugsiert wurden, ihre begrenzte Aufgabe zu erledigen, mit Scheuklappen, hinter denen links und rechts die Basis einer etwas weiter reichenden Bildung verschwindet. Und noch bösere Zungen mögen gar von Generalidioten reden, denen die Basis der Bildung so sehr mangelt, dass sie nicht einmal die begrenzte Aufgabe auf die Reihe bekommen, für die sie eigentlich geschult wären.

Für den Bereich von Führung und Verhalten – ob nun im einzelnen Betrieb, im alltäglichen Umgang oder in den Machtzentralen der Gesellschaft insgesamt – ergeben sich aus diesem Umstand ganz eigene Handlungsmaximen.

KEIN PLATZ FÜR IRONIE

Um eine Gemeinschaft zu führen, in deren Mitte eine breite bildungsferne Schicht steht, ist jedes Führungsmittel, das Ironie, Sarkasmus, Satire und sonst etwas stärker ausgeprägten Humor enthält, denkbar ungeeignet.

Mit diesen Mitteln etwas zu erklären, wird dazu führen, dass eine Anzahl der Angesprochenen die jeweilige witzige Aussage ernst nimmt und beginnt, sich damit auseinanderzusetzen. So etwa im Schreibkurs, wo immer mal wieder einer auftaucht und todernst einen alten Karl-Valentin-Witz für bare Münze nimmt.

Genauso wie ein sarkastisches Lob ganz schnell als ernsthafter Ausdruck der Wertschätzung entgegengenommen wird und womöglich eine baldige Wiederholung des beanstandeten Verhaltens nach sich zieht.

Und wenn sich ein paar ironische Worte nicht vermeiden lassen, dann muss unbedingt dazu gesagt werden, dass es sich um eine Ironie, Satire u.s.w. handelt.

DIE SAU DURCHS DORF TREIBEN…

Eine solche Gruppierung von Bildungsfernen, zumal in Standesdünkeln verhangenen Kleinbürgern, muss mit Trends, Klischees und Schlagworten geführt werden.

Am einfachsten hängt man sich da an andere, gerade aktuelle Worthülsen an.

So sind dann immer mal wieder solche Parolen und Spontanideen in aller Munde, von denen man nicht recht weiss, was sie bedeuten und wie sie gemeint sind. Und wenn das dann durch ist, dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Das fängt bei Belanglosigkeiten an. Zum Beispiel ist bei allen zur Zeit alles „verantwortlich“, was eine Wirkung verursacht. Das Tief über der Biscaya für das schlechte Wetter. Die tiefen Temperaturen für die Strassenglätte. Die Dürre für die Ernteausfälle. Alles ist „verantwortlich“ (…dann ziehen wir doch einmal die lange Aufbewahrungszeit dafür zur „Verantwortung“, dass die Milch sauer geworden ist…)

Und das reicht bis in die grössten Höhen von Gesellschaft und Wirtschaft. „Elektroauto ist gut gegen die Energiekrise!“ – „Shareholder value ist Unternehmensziel!“ – „Euro-Rettungsschirm!“

… und so weiter. Klischees, Trends, Schlagworte, Gewohnheiten, gedankliche Schablonen, vom Kleinen bis ins Grosse.

Und wenn dergleichen durch ist, verschwindet es schnell in gerät in Vergessenheit, so dass die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

KEIN SELBSTVERTRAUEN

Es ist aussichtslos, in diesem Umfeld auf das Selbstvertrauen, das Urteilsvermögen und das Fähigkeitsprofil des Einzelnen zu hoffen.

Meistens trifft man in diesem Segment auf stark verunsicherte Menschen, die sich ihre eigene Unbildung beim besten Willen nicht erklären können und denen jeder unheimlich ist, der mehr weiss. Haben sie sich doch stets redlich bemüht, sind fleissig gewesen, haben sich gleich von Anfang an überall mit dem Lehrer, dem Professor und dem Chef gut gestellt, haben gespurt, haben sogar die eine oder andere gute Note bekommen.

Und doch sitzen sie dann ganz verstört da, wenn sie wissen sollen, ob im Winter die Tage nun in Kopenhagen oder in Milano länger sind.

Gerne wird da aus Unsicherheit auch getäuscht. Es wird einfach so getan, als könnte man dieses oder jenes. Es wird nicht zurück gefragt, wenn etwas Unbekanntes erklärt wird. Die eigene Unkenntnis wird kurzerhand ignoriert, so dass gar kein Anlass empfunden wird, sich dazu zu bekennen.

Somit lässt sich keine irgendwie geartete Vertrauensbasis aufbauen, auf der man sich auf das Gegenüber wirklich verlassen kann. So kann man sich nicht auf das Vorhandensein eines bestimmten Fähigkeitsprofils verlassen, dabei kann der Betreffende selber das vielfach gar nicht einschätzen, und selbst wenn, haben viele nicht das Selbstvertrauen, um einen Nachholbedarf tatsächlich einzugestehen.

KEINE VORAUSSETZUNGEN

Und was also soll man tun?

Bei der Führung? Oder im Umgang überhaupt?

Was soll ich eigentlich tun, wenn ich mich so auf überhaupt nichts verlassen kann? Wenn ich jedes Wort, jeden Witz und jede Randbemerkung auf die Goldwaage legen muss? Wenn ich mich in hohlen Parolen ergehen soll? Und wenn ich mich auf nichts verlassen kann?

Ein Ansatz wäre vielleicht, die eigene Haltung zu überprüfen.

Ausgegangen waren wir von Indien und dem „Slumdog Millionaire“, dem keiner glauben wollte, dass er genügend Allgemeinbildung besitzt, um die Quizfragen zu beantworten. Es wurde also vorausgesetzt, dass so jemand nicht ein entsprechendes Potenzial besitzt.

Vielleicht, wer weiss, bietet diese Haltung rund um die Voraussetzungen, die man bei seinen Mitmenschen macht, Grundlage für einen eigenen kleinen Leitfaden, wie man sich in diesem Umfeld der westlichen Gesellschaft mit der bildungsfernen Mittelschicht bewegen sollte.

Vielleicht wäre man gut beraten, eben selber solche Voraussetzungen erst gar nicht machen.

Wenn da jemand auf einen zukommt und einen schönen Titel führt. Direktor oder Doktor. Wenn er Arzt ist, Jurist und Richter, Architekt oder Anglist.

Vielleicht sollte man dann eben nicht von vorne herein voraussetzen, dass der Betreffende gar zu gebildet und kompetent ist. Vielleicht sollte man sich von solchem Titel- und sonstigem Stückwerk nicht – und zwar gar nicht – beeindrucken lassen.

NICHT davon ausgehen, dass der Betreffende etwas kann, egal wie gut und beeindruckend sein Notendurchschnitt war.

NICHT davon ausgehen, dass man dem Betreffenden ohne weiteres vertrauen kann, egal wie zuverlässig er sich gibt.

NICHT davon ausgehen, dass der Betreffende weiss, wovon er redet, egal wie sicher oder unsicher er bei den Erläuterungen wirkt.

Möglicherweise wäre das ein Ansatz für einen Ausweg.

Wer weiss…

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Kontakt zu Achim H. Pollert:  http://texteservice.bplaced.net

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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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