Achim H. Pollert: Schuldner-Probleme

Achim H. Pollert (*) über eine Merkwürdigkeit im Welthandel /// — ///

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China ist wahrlich erfolgreich im Export.

Wer wüsste das nicht?

Kaum ein Produkt hielte man in Händen, in dem nicht wenigstens eine Komponente „Made in China“ wäre. Möglicherweise nicht das T-Shirt selbst, das man trägt, vielleicht aber das kleine gestickte Krokodil über dem Herzen, oder das knallige Pigment, mit dem es gefärbt wurde.

Kein Zweifel: das Reich der Mitte hat den Status als Entwicklungsland, in dem Jahr für Jahr hunderttausende von Menschen verhungern, weit hinter sich gelassen. Leistungsfähige Industrie, liberalisierte Wirtschaft, billige Arbeitskräfte, zunehmender Wohlstand. Sozusagen alles, was es für ein Wirtschaftswunder braucht.

Und so kommt natürlich auch eine Menge Geld ins Land.

Chinesische Unternehmen verkaufen Produkte in die Länder der Welt und nehmen damit Geld ein.

Wie überall auf der Welt wird ein grosser Teil dieser Mittel wieder investiert. Wohl in Reparaturen. Aber natürlich auch in neue Produktionsstätten, bessere und schnellere Maschinen, in Rationalisierungen, was alles zusammen dafür sorgt, dass dann noch mehr Produkte hergestellt werden und noch mehr Geld in die Kassen kommt.

INVESTITIONSMACHT

Irgend etwas muss man mit diesem Geld natürlich machen.

Goldbarren dafür zu kaufen und sie im Hinterzimmer zu stapeln, das ist kaum eine sinnvolle Verwendung für das viele Geld, das da in die Kassen geschwemmt wird.

Tatsächlich müssen diese Mittel – um den eigenen Wohlstand zu erhalten und festigen – ihrerseits wieder investiert werden. Man kann dieses Geld zinstragend anlegen. Als Festgeld, als Obligation, als Direktkredit u.s.w., so dass regelmässig neue Erträge ins Land kommen.

Oder man kann damit Kapitalien kaufen. Aktien, ganze Unternehmen, Immobilien u.s.w., so dass einem Dinge gehören, an deren Wertzuwachs man beteiligt ist.

Ueberlassen Sie Ihre Texte nicht dem Zufall…

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Auf der Ebene der Volkswirtschaft – zumal in einem autoritären Staat wie China – bedeutet dies natürlich, dass diese Gelder im Ausland angelegt werden müssen. Im Inland aus überschüssigen Mitteln Kredite zu vergeben und damit Zinserträge einzufahren, ist unsinnig, dann ja kein zusätzliches Geld als Gewinn ins Land fliesst (d.h. die verfügbaren Mittel bei der Zentralbank bleiben unverändert).

Die Investition solcher überschüssiger Finanzmittel muss also jeweils im Ausland erfolgen.

Folglich ist China inzwischen auch auf den Finanzmärkten der Welt eine Grossmacht. Chinesisches Kapital steckt in grossem Ausmass in den Märkten der Welt. Die Bank of China ist ein bedeutender Kreditgeber weltweit. Chinesische Unternehmen ebenso wie ultramontan reiche Personen und Familien sind international Investoren im grossen Stil.

Man hatte solche Konstellationen immer mal wieder in der Geschichte… wenn heute irgendwo, zum Beispiel in Syrien, zwei Bürgerkriegsparteien aufeinander los gehen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass bei der Ausrüstung mit Waffen und Material auf beiden Seiten chinesisches Geld zum Einsatz gekommen ist.

Die Welt hat Schulden bei China.

Und seit einiger Zeit schon ist es so, dass China der grösste Gläubiger der USA ist. Ein Zustand, an den wir uns gewöhnt haben, obwohl so etwas vor einigen Jahrzehnten noch ausserhalb jeder Vorstellung gelegen hätte.

POLITISCHE FOLGEN

Natürlich.

So etwas verändert das Machtgefüge der Welt. Standen sich im Kalten Krieg noch verhärtete Fronten gegenüber, die wirtschaftlich herzlich wenig miteinander zu tun hatten, so begegnet man sich heute durchaus auf Augenhöhe. Und von den Chinesen, denen man damals allenfalls etwas humanitäre Hilfe mit Nahrungsmitteln und Medikamenten leisten musste, müssen sich die Amerikaner heute Mahnungen zu ihrer Wirtschaftspolitik gefallen lassen.

Bezeichnend ist allerdings, wie diese Tatsache, dass China der grösste Gläubiger Amerikas ist, bei vielen Kommentatoren aufgenommen wird. Da scheinen private Problemlagen des einen oder anderen Journalisten durchaus eine Rolle spielen.

Wer Schulden hat, so reichlich Kommentare, muss spuren. Wer Schulden hat, der hat ständig das Inkassobüro oder gar Gericht das Betreibungsamt im Nacken. Wer Schulden hat, muss damit rechnen, dass sein Bankkonto, sein Auto und – falls er eins hat – sein Haus gepfändet werden und unter den Hammer kommen.

Und so wird dann auch – manchmal stillschweigend, oft aber auch ganz offen – davon geredet, dass die amerikanische Regierung ein wenig vorsichtig sein müsste im Umgang mit der chinesischen Regierung. Schliesslich wäre China der grösste Gläubiger – ganz so wie die Sparkasse oder die Kleinkreditbank bei dem betreffenden Moderator.

Uebersehen wird dabei allerdings ein Detail. Nicht nur dass das alles im zwischenstaatlichen Verhältnis eben nicht so ist wie bei mir und meiner Sparkasse. Vielmehr gibt es ja schon lange diesen Spruch aus der Finanzwelt: „Wenn ich 50,000 Franken Schulden habe, und es geht etwas schief, dann habe ich ein Problem. Wenn ich 50 Millionen Schulden habe, und es geht etwas schief, dann hat meine Bank ein Problem.“

Und genau das kann man sich auch im Verhältnis zwischen dem Gläubiger China und dem Schuldner USA fragen.

Wenn nun ein Konflikt zwischen den beiden irgendwo eskalieren würde – sagen wir in der Auseinandersetzung um den kleinen bösen Mann in Nordkorea -, und die beiden Grossmächte stünden einander wirklich feindselig gegenüber… wer müsste dann eigentlich mehr aufpassen?

Wenn die US-Regierung etwa die chinesischen Guthaben beschlagnahmen würde, jeglichen Kapitaltransfer von und nach China einfrieren würde, jeglichen Geschäftsverkehr mit der Bank of China unterbinden würde, was in Krisenzeiten durchaus zum gängigen Instrumentarium gehört, was wäre eigentlich dann?

Wer hätte dann wohl ein Problem?

Der Schuldner USA?

Oder der Gläubiger China?

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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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