Achim H. Pollert: Die Rossäpfel und das Elektromobil

Achim H. Pollert (*) über die schlimmste Energieverschwendung ///—///

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Natürlich war das erheiternd, weil es so bezeichnend ist für Zustände.

Die vom Fernsehen als solche ausgezeichnete Energieexpertin beriet einen Bürger dabei, wie er Strom sparen könnte, während das Ganze gefilmt wurde. Sie kennen das Format dieser Sendungen. Wenn etwa eine Hausfassade mit Wärembildkameras fotografiert wird. Oder wenn einer eine Woche lang versuchsweise mit dem Diesel herumfährt und dann das Ganze tröpfliweise verglichen wird.

Als besonders heissen Tip gab diese Beraterin nun dem Mann den Tipp, er sollte doch seine Waschmaschine, die er in der Küche hatte, direkt ans Warmwasser anschliessen. Die Aufheizung von so viel Wasser durch die Maschine würde ja Unmengen von Strom verschlingen. Was man da sparen könnte…

Mit jahrelanger Single-Erfahrung weiss man immerhin, dass dieser Tipp zur Folge hätte, dass von da an alle Feinwäsche (30, 40 Grad) mit der Temperatur des Wassers aus der Leitung (vielleicht 70 Grad) gewaschen würde. Mit etwas Wäscherei-Erfahrung würde man sich ferner sagen, dass von da an alle Spülgänge der Waschmaschine anstatt mit kaltem Wasser, auch mit 70 Grad getätigt würden.

Das könnte allenfalls für die Wäsche im einzelnen problematisch sein.

Aber die betreffende Expertin war schliesslich keine Wäscherin, sondern eben Energiefachfrau. Und als solche ging sie schliesslich davon aus, dass es besser wäre, Wasser nicht extra gross zu erhitzen, wenn es ja sowieso warm aus der Leitung kommt…

A PROPOS SCHEISSDRECK…

Das bringt einen zur Tatsache, dass es da so viele der Prognosen gab, die die Menschen zu ihrer Zeit als äusserst beunruhigend empfanden und die wir aus heutiger Optik mit einiger Belustigung anschauen.

Etwa dass die grossen Städte in Europa und Nordamerika in den Rossäpfeln ersticken könnten. Im 19. Jahrhundert war das durchaus nicht abwegig. Wenn etwa New York pro Jahr einen Zuwachs von 250,000 Menschen verzeichnete, und wenn jede zehnköpfige Familie auch nur ein Ross hielt, dann bedeutete dies gut 20,000 Rösser jedes Jahr!

Ganz abgesehen von den Rössern für die Versorgungstransporte all dieser Menschen. Und nicht zuletzt auch die Rösser bei der Abfallabfuhr, die ihrerseits auch wieder die vielen Rossäpfel aus der Stadt herausschaffen mussten.

Da sah man ein gewaltiges Problem auf die Städte zurollen. In wenigen Jahrzehnten würden die Städte überwuchert von regelrechten Bergen von Rossäpfeln. Viel zu viele, um sie noch aus der Stadt heraus zu schaffen und auf den Landflächen rund herum zu verteilen! Bis 1910 sollten die Strassen von New York unpassierbar sein wegen des sich auftürmenden Pferdemists. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dieser Mist die Abwässerkanäle verstopfte…

Andere Experten wiesen übrigens darauf hin, dass dieses Problem mit alternativen Transportmitteln nicht lösbar wäre. So stünden beispielsweise für die Automobile nicht genügend geschulte Chauffeure zur Verfügung.

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Mit anderem Mist sehen wir uns heute konfrontiert. Nicht die Rossäpfel bedrohen uns, vielmehr der Ausstoss an CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Dieses Abgas verursacht nach und nach eine Aufheizung der Atmosphäre, so dass es auf der Erde wärmer wird.

Der Effekt als solcher ist unbestreitbar, wenn auch Prognosen wie etwa, das grönländische Festlandeis würde in den kommenden 400 Jahren dadurch abgeschmolzen sein, was wiederum den Meeresspiegel um soundsoviele Meter ansteigen lassen wird, dann doch wieder merkwürdig anmuten. Vor dem Hintergrund etwa, dass sich die in den 1980er Jahren völlig in Auflösung begriffene Ozonschicht jetzt doch wieder etwas beruhigt hat und der damalige sauere Regen, der Erhebungen zufolge so sauer war wie purer Essig, jetzt woanders herunterkommt…

Und unbestreitbar ist auch, dass die fossilen Brennstoffe, die hier verbraten werden – Erdöl, Gas, Kohle -, grundsätzlich endlich sind. Interessant ist hierbei übrigens, dass es in den 1970er Jahren wohl politisch grüne Expterten gegeben hat, die gegen die Atomkraft mit dem Argument wetterten, diese sei nicht nötig, weil die vorhandenen Kohlevorräte ja noch mindestens tausend Jahre reichen würden.

Wie auch immer: Das CO2 ist schädlich für das Klima, und die fossilen Brennstoffe, aus denen es entsteht, sind endlich.

Das ist unser Rossapfel-Problem.

Und da wird dann das

ELEKTROAUTO

als die Lösung vorgeführt. .

Kein Umweltmagazin umgeht diesen genialen Wurf vom Elektromotor unter der Haube. Politiker erscheinen auf Automessen, fahren in so einer Chaise einmal über den Hof, loben die Industrie für ihre Innovationskraft und strahlen dabei wie ein kaputtes Atomkraftwerk.

Ist doch toll.

Warum soll man denn ein Auto Oel vor Ort verbrennen lassen – umweltschädliches Oel, das noch dazu irgendwann einmal versiegt sein wird -, wenn doch jeder bei sich daheim eine Steckdose hat? Und da kommt der Strom doch sowieso heraus!

Ach so!

Jetzt verstehe ich die Experten! Ich soll also meine Wäsche mit Warmwasser aus dem Oel- oder Gastank waschen, damit ich Strom spare. Und mein Auto soll ich mit Strom fahren, damit ich das Oel sparen kann, das das heute verbrennt.

Mist. Wie gesagt.

Der geneigte Leser wird bis hierher festgestellt haben, dass es für den sparsamen Umgang mit Ressourcen, ebensowenig wie für die Schonung der Umwelt, mit Verlaub, unter dem Strich scheissegal ist, in welcher Form ich die Energie verbrauche.

Ob das Oel nun bei mir im Motor verbrannt wird, oder ob es draussen im Kraftwerk verbrannt wird, um Strom daraus zu gewinnen, ist für die Umwelt ebenso egal wie für das Sparen von Rohstoffen. Warmwasser kommt nicht einfach aus Leitung, ebensowenig wie Strom einfach aus der Steckdose kommt.

Ganz davon abgesehen, liebe Experten: Wenn das mit dem Strom ökologisch so günstig ist, warum heizen wir dann nicht schon seit Jahrzehnten unsere Häuser mit Strom, sondern lassen uns mehrheitlich fossile Brennstoffe – Gas und Oel – ins Haus liefern, um sie vor Ort zu verbrennen?

Natürlich gibt es kleinere Spareffekte. Steuern und Abgaben auf Benzin. Fördermittel für Solaranlagen. Abwicklungsverluste. Und so weiter.

Aber das grosse Ganze ist davon nicht betroffen – auch wenn Experten und Entscheidungsträger gerne so tun, als wäre das so.

Den Energieverbrauch kann man nicht senken, indem man die Konsumform verändert. Die Vorstellung, das Elektroauto könnte auf lange Sicht die Energie- und Umweltprobleme lösen, ist einfach nur naiv.

Eine Lösung versprechen einzig diejenigen Ansätze, die unmittelbar die Erschliessung völlig neuer Energiequellen ins Auge fassen. Die Kernfusion ist, die seit Jahrzehnten technologisch irgendwie nicht aus den Startlöchern kommt. Die Nutzung von Wind, Wasserkraft, Sonnenlicht, Erdwärme. Allerlei biotechnologische Lösungen. Das alles wären Lösungen, einfach weil sie ohne die Nutzung fossiler Brennstoffe auskommen. Und bei denen wäre es dann egal, ob vor Ort das Ding – Heizung, Waschmaschine, Auto u.s.w. – mit Strom oder mit einem künstlich hergestellten Brennstoff läuft.

Wenn der Strom, der das Elektromobil antreibt, im Kraftwerk aus Kohle, Gas oder Erdöl gewonnen wurde, dann ist dieses Auto eine ausgesprochene Dreckschleuder und ein Ressourcenschädling, hat es doch für seine Produktion viel mehr Energie gefressen als jeder konventionelle Wagen.

Ein Verbrennungsmotor, der aus Holz gewonnen Alkohol an Ort und Stelle verheizt, ist daneben ein echter Musterknabe, obwohl er aus dem Auspuff stinkt wie heutige Autos.

DIE EIGENTLICHE ENERGIE

Energie ist endlich. Am wertvollsten ist dabei die Energie, die man gar nicht erst verwendet.

Und da tut sich dann wohl der wirkliche Lösungsweg auf.

Der beste Weg, Energie zu sparen, ist wohl der, die Kraft der begabten Menschen nicht für Unwürdiges zu vergeuden.

Das ist die schlimmste Verschwendung aller Energie.

Dann könnten die Begabten wohl alle die kleinen und grossen Probleme lösen, an denen sich die Pfeifen die Zähne ausbeissen.

Damals wie heute.

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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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