Achim H. Pollert: Wir sind Weltmeister

Achim H. Pollert (*) über das Implizite in der Sprache

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Natürlich kennen wir alle den Spruch. Wir sind Weltmeister… stimmt auf jeden Fall, kommt nur darauf an: Weltmeister in was, und wer genau ist „wir“?
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Gerne wird das „Wir“ im Zusammenhang mit dumpfen nationalistischen Empfindungen verwendet und den Dingen, die diese anheizen. Demnach ist man geneigt, beim Spruch „Wir sind Weltmeister“ zunächst an die Fussball-WM zu denken.
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Auch wenn Religionen mit ihrem Unsinn auf etwas prallen, das deren Funktionsträgern nicht gefällt, ist es zum „Wir“ nicht weit – besonders auch wenn es sich um die Religion einer sozial deklassierten Minderheit handelt, die sich von der Mehrheit mehr oder weniger missmutig beäugt fühlt.
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Auch in multinationalen Konzernen wird ganz hinunter bis zu den untersten hierarchischen Rängen gerne mit dem „Wir“ operiert. Oft erzählt ein Bürobote „Wir sind die grösste Bank der Schweiz“ oder ein kleiner Angestellter „Wir sind Marktführer“. Nicht selten gehört so etwas in Unternehmen zum offiziellen, gern gesehenen Sprachgebrauch.
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Und natürlich ist vom „Wir“ auch im kriegerischen Zusammenhang gerne die Rede. „Wir“ können dann noch mit zwei Kampfjets aufsteigen. „Wir“ können dann noch Mittelstreckengeschütze aufstellen und so und so lange schiessen. Immerhin: Wenn es um die Landesverteidigung geht, handeln die zwei Piloten und die 30 Mann im Gefechtsstand oft im Interesse der Verteidigten, so dass das irgendwie nachvollziehbar ist.
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„Wir haben die Wahlen gewonnen“, sagen oft Menschen, die noch nicht einmal Mitglied in einer politischen Partei sind. Und so weiter und so fort.
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WAS DAHINTER STECKT
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Zurückzuführen ist diese Bemühung des „Wir“ auf das simple Bestreben des einzelnen Menschen, einer gleichwie gearteten Gruppe anzugehören. Das hat etwas Archaisches, etwas Brutales, etwas aus dem Bauch heraus, das einem den Eindruck vermittelt, es ginge um Leben und Tod.
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Im Einzelfall kann das etwas Lächerliches haben – wie beim Fussball und seinen Fans, wie gesagt -, oder auch etwas Absurdes – wenn der Bürobote in seinen Aussagen ständig hin und her springt zwischen „die da“ und „wir“ und immer dieselbe Firma meint.
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Auch der stärkste Mensch ist alleine schwach. Deshalb gehört es mit zur natürlichen Disposition des Menschen, sich einer Gruppe anzuschliessen, mit der zusammen er eine Gemeinschaft bildet. Das stammt wohl aus den Zeiten, als die Menschen noch als Jäger und Sammler die Urwälder und Steppen durchstreiften und als der Zusammenhalt dieser Gruppe über Leben und Tod entscheiden konnte.
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Natürlich: Inzwischen leben die meisten Menschen nicht mehr in Horden von ein paar Hundert stolzen Kriegern, sondern in Millionenscharen. Ein Volk von fünf oder zehn Millionen gilt heute als „klein“. Dabei ist schon eine solche Gruppe so umfassend und so differenziert, dass die Definition eines „Wir“ nicht mehr so recht möglich ist – besonders auch, wenn es um die Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen geht.
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Nichtsdestoweniger ist der Reflex erhalten geblieben.
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Wer nie ernsthaft reflektiert hat darüber, wer oder was eigentlich „wir“ sind und wie „wir“ uns von anderen unterscheiden, bleibt zwangsläufig in dieser archaischen Falle stecken. Noch schlimmer dran sind diejenigen, die sich mit dieser Frage überhaupt nicht auseinandersetzen wollen. Für die nämlich bleibt es zwangsläufig so, dass von Natur aus „die“ Österreicher dümmer sind als „wir“ Schweizer (ausser vielleicht Konrad Lorenz, Wolfang Pauli und Erwin Schrödinger) und „die“ Deutschen anders als „wir“ Schweizer katastrophale Skifahrer sind (ausser vielleicht Rosi Mittermaier, Christian Neureuther und Jens Weissflog).
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Natürlich ironisch gemeint war damals, als Josef Ratzinger Papst wurde, die Schlagzeile der Bild-Zeitung: „Wir sind Papst!“ Vom journalistisch-unterhalterischen Standpunkt war diese Schlagzeile auch ein wirklich genialer, grosser Wurf. Und womöglich hatte seinerzeit noch mancher Deutschschweizer ein erhebendes Gefühl, weil jetzt ein Deutschsprachiger im Vatikan den Ton angab. Daneben ist aber anzunehmen, dass diese Schlagzeile, deren Eindringlichkeit man sich nur schwer entziehen konnte, von vielen Menschen so als bare Münze empfunden wurde. Vergessen, dass Ratzinger als Chef der Glaubenskongregation davor einer der beinharten Konservativen und eine rechte Unperson gewesen war. Vergessen die herbe Kritik, die an ihm während Jahrzehnten geübt wurde. In dem Moment alles zugedeckt vom „Wir“-Gefühl: Wir sind Papst!
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Die dunkle Seite dieses menschlichen Reflexes, sich mit dem „Wir“ gedanklich einer Gruppe anzuschliessen (mit der man u.U. rein gar nichts gemeinsam hat) und sich gegen andere abzugrenzen, belegt die Gefahr, die das in sich trägt. Die dunkle Seite nämlich ist die Tatsache, dass eine grosse Zahl von Schweizer Nichtjuden fest davon überzeugt ist, dass „die Juden“ anders sind als „wir“ Schweizer.
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Dieses angeblich Anderssein ist nicht näher definiert. Tatsächlich gab es damals in Deutschland Stimmen, die angesichts des hanebüchenen Rasse-Unsinns der Nazis darauf hinwiesen, dass es biologisch und anatomisch – also wissenschaftlich fundiert – keine Möglichkeit gibt, die Angehörigen der jüdischen Religion von „uns“ Deutschen (Schweizern, Oesterreichern, Polen, Russen, Franzosen u.s.w.) zu unterscheiden.
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Gerettet hat diese wissenschaftliche Tatsache die Menschen nicht.
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Die dunkle Seite ist Beleg dafür, dass über das „Wir“ eine implizite Abgrenzung vorgenommen wird, was automatisch Menschen und Menschengruppen von diesem „Wir“ ausgrenzt.
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„Wir“ Geschäftsleitung treffen „euch“ Personal gegenüber diese oder jene Anordnung. Damit sind „wir“ als die Direktion ganz automatisch – implizit – der Gegenpol gegenüber dem Rest des Unternehmens. Mehr noch: „wir“ Geschäftsleitung treten auch an der Generalversammlung gegenüber den Aktionären als Gegenpol auf.
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Ebenso fliegend kann das „Wir“ dann aber auch – manchmal in ein und demselben Satz – zur Bezeichnung des Unternehmens als Ganzes, gegenüber den Konkurrenzunternehmen. Und das wiederum kann hin reichen bis zur absoluten Unbestimmtheit von Aussagen.
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Deshalb ist es um so wichtiger, bei allen diesen „Wir“-Aussagen die Frage zu stellen: Wer ist „wir“…? Wer genau profitiert davon, dass ich mich hier als „wir“ fühlen soll? Welche Einschliessungen und Ausgrenzungen werden durch die konkrete Aussage eigentlich vorgenommen?
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IST ES RICHTIG SO?
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Das ist dann die eigentliche Kernfrage: Ist die implizit in einer solchen „Wir“-Aussage enthaltene Einschliessung, Ausgrenzung denn richtig so? Beschreibt sie einen Zustand wahrheitsgemäss? Fasst sie die Dinge so zusammen, wie sie vernunftsgemäss sein müssten?
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So etwa hat der einst von mir als Literat sehr verehrte Max Frisch stark an Achtung verloren, als ich in seinem Tagebuch las, er habe angesichts des Rücktritts von Willy Brandt wegen eines DDR-Spions die ostdeutsche Schriftstellerin Christa Wolf angerufen und ihr Vorhaltungen gemacht… „Christa, wie konntet ‚ihr‘ denn so etwas machen…?“
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Aber wie gesagt: Der implizite Abgrenzungsmechanismus funktioniert – auch gegen alle Vernunft und Tatsachen.
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Die schlimmste Abgrenzung ist wohl eine ganz bekannte Aussage, die man einerseits aus Literatur und Film kennt, die aber viele Menschen auch aus ihrer ganz persönlichen Lebenserfahrung kennen. Mehr noch: Die viele Menschen im Verlauf ihres Lebens – der Reflex funktioniert… – ohne grosse Bedenken auch tätigen.
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Es geht um die banale Aussage von Eltern: „Wenn unsere Eltern uns das geboten hätten, was wir dir bieten, dann wären wir dankbar gewesen.“
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Natürlich ist das faktisch zunächst einmal Unsinn, weil diese Aussage über viele Generationen hinweg schon ins sprachliche Repertoire von Eltern gehört, die mit ihrem erzieherischen Latein am Ende waren. Gilt das beispielsweise auch für die Generationen, die ihren Nachkommen die Trümmer und Leichenberge von grossen Kriegen hinterlassen haben? Gilt das für Generationen, die ihren Nachkommen schwerste Umweltbelastungen vermachen?
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Nach der Faktenlage könnte demnach ein Jüngerer zu den Aelteren sagen: „Hättet ihr eueren Eltern so eine Altenpflege und so eine Medizin geboten wie wir euch, dann wären die wenigstens dankbar gewesen.“
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Wirklich schlimm an dieser Aussage aber ist, dass mit ihr eine implizite Ab- und Ausgrenzung innerhalb des Familienverbands vorgenommen wird. Also dort, wo der Mensch sich eigentlich in Geborgenheit eingebettet sein sollte, wo man sich auf einen Rückhalt durch dick und dünn verlassen sollen könnte, wird man implizit ausgegrenzt.
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Natürlich müsste es so sein, dass „wir“ im familiären Umfeld immer die Ganzheit der Familie ist, der Lebensgemeinschaft, zu deren Wohl alle ihre Beitrag leisten. In dem Augenblick, in dem ein Mitglied dieser Gemeinschaft hinsichtlich dieses Gemeinwohls eine Grenze zu ziehen versucht, den eigenen Beitrag auf- und den Beitrag von anderen abzuwerten, ist das Ganze zum Scheitern verurteilt.
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„Wir“ – Erwachsene, Geldverdiener, Herrschende, Bestimmende o.ä. – tun etwas für die Gemeinschaft, und „du“ – Jugendliche, Geldbezieher, Beherrschte, Befehlsempfänger u.s.w. – hast dafür dankbar zu sein. Mit dieser, wenn auch nur implizit geäusserten Ausgrenzung ist jedes Projekt einer Lebensgemeinschaft zum Scheitern verurteilt. Denn alleine schon durch diese „Wir“-Wortwahl wird das Ganze umfunktioniert von der Gemeinschaft zum Herrschaftsverhältnis.
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Der Gemeinschaftsgedanke – „wir“ (du, ich und die anderen) tun das, was für die Gemeinschaft am besten ist – havariert komplett, wenn auch nur schon ein einziges Mitglied dieser Gemeinschaft, sprich der Familie, in diese implizite „Wir“-Abgrenzung verfällt.
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Und damit, so viel ist sicher, wird diese Gemeinschaft nicht Weltmeister.
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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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