Achim H. Pollert: Wer muss froh sein?

Achim H. Pollert (*) über die Einschätzung von Machtverhältnissen /// — ///

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Das Leben besteht aus Klischees, natürlich.
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Und jegliche Argumentation und Kommunikation ist immer auch eine Arbeit mit solchen Klischees. Was beim Empfänger vermutlich sowieso schon vorhanden ist, kann angesprochen, weiter gefördert und gepflegt werden. Das kann sich auf Fakten beziehen („was die meisten wissen“) und ist dort eine notwendige Basis für alle Kommunikation. Das kann sich allerdings ebenso auf Mythen beziehen („was die meisten zu wissen glauben“).
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Das Spiel mit Mythen gehört mit zu den grossen Künsten der Argumentation – oder sollte man besser sagen „Verführung“, „Manipulation“… ?
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Sowohl auszuloten, was überhaupt die meisten zu wissen glauben, als auch das dann in eine bestimmte gedankliche Richtung zu lenken, die dann zu einem bestimmten Verhalten führt, gehört zur grossen Kunst der manipulativen Argumentation.
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Und dazu wiederum gehört die Fähigkeit, mit den plakativen Bildern zu arbeiten, die bei den meisten Menschen eben in dieser Form vorhanden sind.
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Die noch grössere Kunst, die am Ende zur persönlichen Freiheit führt, besteht dann darin, sich selber von solchen Mythen und Klischees freizumachen.
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Ein grosses Wort, natürlich. Aber Tatsache ist selbstverständlich, dass wir alle solche Bilder in uns haben, selbst dann, wenn wir individuell durch solche Bilder belastet werden. Wir alle leben in dieser Gesellschaft, die uns geprägt hat, und da ist es auch eine persönliche Lebensaufgabe, sich mit solchen Mythen und Klischees und ihren Bildern auseinanderzusetzen.
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Zum Beispiel: „Die Juden“
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Natürlich haben Sie nichts gegen Juden. Und wenn, dann würden Sie natürlich nicht ausserhalb eines bestimmten Milieus rund um die Stammtische der Welt so etwas zugeben.
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Natürlich habe ich auch nichts gegen Juden. Obwohl ich, aus dem bildungsfernen Mittelstand stammend, als Jugendlicher durchaus bei diesen schrecklichen Mörderwitzen rund um den Holocaust mitgelacht habe. Obwohl ich mich nicht gewehrt habe, wenn in meinem Umfeld, zum Beispiel an der Fasnacht oder etwa unter den Zürcher Bankangestellten, jemand ganz selbstverständlich das Worte „Jude“ als Schimpfwort für „habgieriges Schlitzohr“, „Halsabschneider“ o.ä. verwendete.
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Natürlich kann man sich davon freimachen, auch wenn das dauert.
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Aber eben ist das noch nicht das Ganze. Rund um diesen Judenhass gibt es ja ein weites Feld von Aussagen und Meinungen, das solche Gefühle portiert, obwohl sie zunächst einmal überhaupt nichts mit Hass und Mord zu tun haben.

Wie sieht es aus mit einer Aussage wie: „Die Juden haben ein besonders gutes Händchen für Handel und Geschäftemacherei“… ?

Oder: „Die Juden kennen sich alle untereinander und helfen einander“… ?

Oder was halten Sie alleine schon davon, wenn jemand von „Schweizern und Juden“, „Deutschen und Juden“ redet?

Das alles ist schon der Einsatz von Bildern, die aus bestimmten in der europäischen Gesellschaft verankerten Mythen und Klischees stammen. Die Bilder indessen begegnen einem auch bei Menschen, die ganz und gar nicht verdächtig sind, Antisemiten zu sein.
Beim israelischen Humoristen Ephraim Kishon, beispielsweise. Oder beim österreichischen Komiker Fritz Muliar, der seinerzeit Fernsehabende mit jiddischen Witzen veranstaltete. Selbst Helmut Schmidt sprach damals in einer der üblichen Versöhnungsreden ständig von „Deutschen und Juden“.

Das Bild, das dahintersteckt, ist nicht wirklich hasserfüllt. Wohl aber rassistisch. Denn es enthält bereits den Mythos: „Die Juden sind anders als ‚wir‘ (… Schweizer, Deutsche, Amerikaner…).“ Von da an ist es dann wieder nur noch ein Schritt zu anderen Aussagen, etwa: „Die Juden sind selber schuld, dass sie so verhasst sind.“
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Die Bilder
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Es geht hier nicht um Antisemitismus.
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Es geht um die Bilder, die bei vielen Menschen, bei den meisten, in der Gesellschaft vorhanden sind.
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Und laufend werden diese Bilder aktiviert, um bestimmte Zusammenhänge scheinbar zu machen, um bestimmte Reaktionen auszulösen.
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So etwa die Aussage: „China ist der grösste Gläubiger der USA.“
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Chinesisches Kapital ist bei amerikanischen Banken, in amerikanischen Firmen, in amerikanischen Immobilien und Wertsachen im grossen Stil investiert. Das ist durchaus verständlich. Schliesslich erzielt China mit seinen sensationellen Exporten Einnahmen im ganz grossen Stil. Und schliesslich muss man mit diesem Geld etwas anfangen.
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Mit dieser Aussage wollte dann ein TV-Kommentator nahelegen, dass die Amerikaner schon aufpassen müssten, mit wem sie sich da anlegen. Im Ernstfall würden wohl die Amis spuren müssen, wenn da der grösste Gläubiger auf der Gegenseite steht.
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Genau das ist nun das Bild.
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Das kennen wir irgendwie alle. Wenn jemand noch Geld von mir zu bekommen hat. Erst recht mit Brief und Siegel – Hypothek, Leasingvertrag -, dann sollte man vorsichtig sein.
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Die Bank, die Steuerkasse, Versicherungen, die Kreditkartenfirma, womöglich Privatleute, denen ich noch etwas schulde. Wenn die alle gleichzeitig vor der Tür stehen! Alle stehen da draussen auf der Matte und wollen ihr Geld wieder haben!
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Das bringt mich in den Schuldenturm!

Dann muss ich unter der Brücke wohnen und bei der Heilsarmee eine Suppe essen, damit ich nicht verhungere!

Niemand wird mich noch kennen, und wenn, dann wir er mit dem Finger auf mich deuten und sagen: „Du bist konkurs, pleite, am Ende. Deine Kinder haben nicht einmal mehr die Butter auf dem Brot…“ Pollert originell satirisch geistreich

Wie es wirklich ist
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Genau deshalb also müssten die USA aufpassen, wenn sie sich mit China anlegen würden, so die Schlussfolgerung des Kommentators. Auch wenn wir nicht direkt von solchen Sorgen betroffen sind, so kennen wir alle doch dieses Bild vom übermächtigen reichen Gläubiger und dem armen kleinen Schuldner. Wir alle haben zumindest die Verfilmungen gesehen von den Dickens-Romanen aus dem 19. Jahrhundert.
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Nun könnte aber der Genosse Präsident in Peking den Mister Präsident in Washington nicht wirklich in den Schuldenturm abführen lassen, um die Zahlung zu erpressen. Eigentlich gar nicht.
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Im Gegenteil: Im Falle eines Konflikts – oder aus sonstigen politischen Gründen – könnten die USA als der Schuldner jederzeit sämtliche chinesischen Guthaben blockieren. Und bei jeder Kriegsgefahr müsste man sich in China zuerst einmal mit der Frage auseinandersetzen: Wenn wir auf Amerika mit Raketen schiessen und dort alles zu Klump hauen… dann ist unser ganzes schönes Geld mit einem Schlag… futsch…
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Vom darauf folgenden Gegenschlag der Amis einmal ganz abgesehen.
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Für wen also ist das vor allem gefährlich? Wer muss aufpassen, mit wem er sich anlegt?

Der Mega-Gläubiger oder der Mega-Schuldner?

Da verkehrt sich dann das uns vertraute Bild. Da ist eine solche Situation zwischen Grossmächten plötzlich vor allem auch brenzlig für den Gläubiger. Und es ist darüber hinaus so, dass der Gläubiger China gar nicht einmal so eine grosse Wahl hätte, wem er seine enormen Mittel leihen will. Es ist nicht so wie bei der Privatperson, die sich fragen kann: Gehe ich mit meinem Gesparten zur Kantonalbank, zur Credit oder zur Post?

Welche Märkte sollen all diese chinesischen Billionen, Trillionen, Phantastillionen aufnehmen – von einem Tag auf den anderen? Russland? Indien?

Wie gesagt: Die Faktenlage ändert nichts am Bild.
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Die Rolle als Kunde
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Wie gesagt: Auf diesem Niveau sind wir nicht an der Bahnhofstrasse und können uns entscheiden, welche Bank wir wählen.
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Auch dies ein schönes Bild: Vom zahlenden, zahlungskräftigen Kunden, um den sich der Verkäufer bemühen muss. Vom Abnehmer, von dem das Geld in dessen Taschen fliesst.
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Auch wenn Schild, Spengler oder eine chice Boutique an der Bahnhofstrasse natürlich reicher ist als ich, kann ich denen immer noch sagen: „Ich kann meinen Anzug auch woanders kaufen.“

Und natürlich wird das denen auch Eindruck machen.

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Nur: Wir sind nicht an der Bahnhofstrasse. Genausowenig wie die Chinesen und die Amerikaner.
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Es wurde in letzter Zeit viel erwähnt, dass die Schweiz trotz aller Kleinheit schliesslich der viertgrösste Abnehmer von EU-Produkten wäre. Und tatsächlich fliessen um die 10 % der Exporte der EU in die Schweiz.
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Und natürlich soll das ein Bild aktivieren. Etwa in die Richtung, dass die EU schliesslich auch aufpassen muss, wie heftig sie der Schweiz eins draufgibt für den Fall der Fälle…

Wenn das nun aber kein Anzug vom Seiden-Grieder, kein Menü im Zeughaus und kein Cappuccino vom Sprüngli ist…
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… sondern Sand für die Schweizer Bauindustrie? Erz für die Metallindustrie? Ein Sammelsurium von Rohstoffen für die chemische Industrie? Transportleistung von Lastkähnen auf dem Rhein für die Schweizer Exporte? Entsorgungsleistung für die Abnahme von Schlacken und Abfällen aller dieser Industrien?
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Ist man dann auch der grossmannsüchtige Kunde, der das Geld auf den Tisch knallt und sagt: „Das kann ich genausogut von der Elfenbeinküste, von Argentinien oder von Indonesien kommen lassen – falls es euch nicht passt.“ ?
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Oder steht man dann eher wie vor dem Emir von Kuweit und muss irgendwie froh sein, dass der einem sein Öl verkauft.
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Wohlgemerkt habe ich mich nicht näher befasst mit der Frage, in welchem Umfang diese zehn Prozent „Abnahme“ – alleine das schon ein mythologisches Bild – von EU-Exporten nichts weiter sind als lebenswichtige Zulieferungen für die Schweizer Wirtschaft. Allerdings könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ein kleines, rohstoffarmes Land, dessen Reichtum ausschliesslich auf seiner Produktivität beruht, eher einer von denen ist, die es sich mit den Zulieferern nicht verscherzen dürfen.
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Denn für wen wäre was gefährlicher? Im Ernstfall…
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Für die EU, die zehn Prozent ihrer Ausfuhr verlieren würde (und 75 % des gesamten Schweizer Exports nicht mehr „abnehmen müsste“)?
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Oder für die Schweiz, für die möglicherweise an diesem Tag, an dem sie von der EU nicht mehr beliefert würde, Sendeschluss wäre.
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Ähnlich, wie gesagt, wie für die Chinesen mit ihrem grossen amerikanischen Schuldner.
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Wer das Bild vom „Kunden“ und vom „Schuldner“ in die Welt setzt – ob aus persönlicher Naivität oder aus absichtlicher Propaganda -, verpasst die richtige Frage, nämlich: Den Ernstfall wollen wir alle nicht, weil er uns allen schadet. Aber, für den Ernstfall – Wer muss froh sein?
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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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