Achim H. Pollert: Die Bonzen und das Geld

 Achim H. Pollert: Die Bonzen und das Geld

 Achim H. Pollert (*) über die Mächtigen und das Geld /// — ///

Kontakt zu Achim H. Pollert: http://texteservice.bplaced.net

Vor kurzem wurde der ehemalige deutsche Bundespräsident Wulff vom Vorwurf der Bestechlichkeit freigesprochen. Sicher: Man hatte da den Eindruck, dass sich ein Staatsanwalt zu heftig verbissen hatte in die Vorstellung, einen Mächtigen zur Strecke zu bringen. So heftig, dass er unter dem Strich den Ex-Präsidenten wegen einigen Hundert Euro Zeche in einem Nobelhotel durch die Instanzen zerrte.

Bei Staatsanwälten, die sich in solche Gedanken verbeissen, muss man auf dergleichen gefasst sein. Ganz persönlich hatte ich einmal so eine Geschichte mit einer Pflanze der Staatsanwaltschaft Zürich, die sich einst darin verbissen hatte, mich zu bestrafen. Natürlich ohne Erfolg, erstens mangels persönlichem Format, und zweitens, weil ich wirklich nichts angestellt hatte.

Ärgerlich ist wohl auch, dass solche Gesetzeshüter einem unbescholtenen Menschen mutwillig ein Verfahren anhängen können und auch dann selber mit nichts haften müssen, auch wenn der betreffende Bürger klar freigesprochen wird.

Sicher: Gerade auch in Deutschland wäre man gut beraten, bei solchen Dingen die Kirche im Dorf zu lassen, soll heissen, einem hohen staatlichen Würdenträger dann nicht wegen 800 Euro Restaurantrechnung den Prozess machen zu wollen. Würde das denn zum Beispiel heissen, dass man sich die Förderung eines Spitzenpolitikers erkaufen kann, indem man ihn zu einem dicken Frass in den Fünfsternetempel einlädt?

Betragsmässig nicht ganz so einfach wird es, wenn ein junger, aufstrebender Theologe als Bischof die Leitung einer Diözese antritt, wo eine neue Amtsresidenz für seine Gnaden errichtet wird.

Geld spielt keine Rolle

Natürlich beobachtet man häufig, dass dort, wo Funktionäre mit dem Geld anderer Leute umgehen, eben dieses Geld kaum eine Rolle spielt. Nicht zuletzt hat das auch zur Folge, dass die Kosten beim einen oder anderen Projekt der öffentlichen Hand oder mancher sonstiger grosser Organisation richtig schön explodieren.

Verwaltungsgebäude. Die Anschaffung von Lieferwagenflotten. Bürogeräte aller Art. Regelmässige Wartungsarbeiten. Versicherungsprämien. Was auch immer: wenn es für eine Grossbank, eine staatliche Einrichtung oder eben auch die Kirche ist, dann besteht durchaus die Neigung, dass da Beträge in zehnfacher Höhe des eigentlichen Aufwands in Rechnung gestellt werden.

Dass es sehr unschön aussieht, wenn es bei solchen überrissenen Kosten um etwas geht, das primär für den individuellen Machthaber da ist, liegt eigentlich auf der Hand.. Also kein Verwaltungsgebäude draussen vor der Stadt, sondern das offizielle Wohnhaus des Bischofs im Schatten des Doms. Kein Lieferwagen für den Vertrieb der Produkte, sondern ein First-Class-Flug ins Hunger-Elendsgebiet. Keine pauschale Extra-Zuwendung an die Betriebskantine, sondern Good-Time-Wochenenden in Davos für besonders erfolgreiche Unternehmensleiter.

Ob ein Arbeitgeber für dergleichen das Fünf- und Zehnfache dessen hinblättert, was es eigentlich am Markt kostet, macht eigentlich keinen Unterschied.

Das Ganze ist eine Frage der öffentlichen Wahrnehmung. Hiesse das schwarze Haus am Dom „Reliquienmuseum“ und nicht „Bischöfliche Amtswohnung“, dann wäre der dafür bezahlte Preis immer noch zehnfach überhöht und würde die öffentliche Kasse genauso schädigen. Desgleichen, wenn der Lieferwagen zur Verteilung der Armenspeisungen so viel gekostet hätte wie ein Aston Martin, oder wenn das Temporärbüro für die psychologische Betreuerin im Haus das Vielfache dessen verlangt, was die gute Frau eigentlich als Lohn bekommt.

Nur hätte es dann mehr den Eindruck, das Ganze würde einem guten oder wenigstens vertretbaren Zweck dienen.

Wenn es aber so aussieht, als würden es sich hier die Bonzen wieder einmal gut gehen lassen auf anderer Leute kosten, dann sehen alle viel misstrauischer und genauer hin. Obwohl es rein finanziell für die Organisation keinen Unterschied macht.

 Der Wert des Geldes

Ein besonderer Knaller ist natürlich gewesen, dass ein anderer Bonze in seiner Osterbotschaft nun seinen Amtsbruder, der die Baukosten für die bischöfliche Amtswohnung ins Unermessliche schiessen liess, mit deren Heiland verglich.

Ganz ähnlich wie der von seinem Vater verlassene Visionär vor 2000 Jahren, sei dieser Bischof auch gänzlich unschuldig verfolgt und verspottet worden. Trotz gänzlich reiner Seele sei seine Gnaden verfemt und gejagt worden wegen etwas, woran er gänzlich unschuldig wäre.

Wie einst Jesus.

Sicher auch eine Frage des individuellen Geschmacks.

Auf jeden Fall sind solche Aussprüche natürlich Beleg für die Ferne der Bonzen vom eigentlichen Geld und seinem Wert. Ähnlich wie der Heiland dereinst führen viele der Mächtigen tatsächlich kaum persönlich Geld mit sich. Wofür immer man Bargeld braucht, haben diese Leute ohnehin eigene Hofschranzen, die solche Aufgaben erledigen..

Weder müssen sie sich durch Läden bewegen, Preise vergleichen und ihren persönlichen Bedarf einkaufen. Noch müssen sie an der Tankstelle ihr Auto betanken. Noch müssen sie kryptische Erklärungen am Billetautomaten entziffern und durch Münzeinwurf ihre Fahrscheine bezahlen.

Dergleichen kennen diese Leute nicht.

Und entsprechend unbeholfen sind viele von denen im Umgang mit den Münzen und Banknoten. Das beginnt beim kleinen Bankdirektor, der einem Kellner eine Fünfzigernote für drei Tassen Kaffee gibt und „stimmt so“ sagt. Das reicht bis zum US-Präsidenten Bush Vater, der im Rahmen der Besichtigung eines Einkaufzentrums vor einer Scanner-Kasse steht und sich beim besten Willen nicht erklären kann, was da vor seinen Augen vor sich geht.

Das Phänomen ist beileibe nicht neu. Schon von Kaiser Franz-Josef wird berichtet, er habe wohl einmal ein Armband mit wertvollen Edelsteinen so sehr bewundert. Dann habe er gefragt, was das koste. „Was schätzen Sie, wieviel es kostet, Majestät.“- „Vielleicht fünf Gulden… ?“ – „Nein. Es kostet 7,000 Gulden.“ – „… auch nicht zu viel für so ein schönes Stück.“

So einfach ist das.

Wenn der Staatschef etwas Bestimmtes essen will, dann lässt er das über den Butler der Köchin ausrichten. Alles andere wird erledigt. Ob Foie gras etwas Billiges und Rösti etwas Teueres ist, hat den noch nie interessiert, sondern ausschliesslich, dass es ihm gut schmeckt. Ebensowenig wie, ob ein Abendessen im Hotel mit Übernachtung für 900 Euro teuer oder billig ist.

Wenn der König seiner Geliebten ein Smaragd-Armband kaufen will, lässt er den Juwelier vom Ober-Zeremonienmeister ins Schloss bestellen. Ob ein Normalsterblicher sich das leisten kann und wie lange der dafür arbeiten muss, damit wurde ein Bonze nie konfrontiert.

Es gibt daneben übrigens auch das Gegenteil bei dieser Verunsicherung im Umgang mit dem Wert von Geld. Wenn irgendwo eine Handelskammer eine CD mit Firmendaten herausgibt, die dann gegen eine Gebühr von 22 Euro abgegeben wird, dann kann es durchaus vorkommen, dass mancher Direktor – falls er damit zufällig konfrontiert wird – grosse Schwierigkeiten hat, über den Erwerb zu entscheiden.

Und wenn halt ein junger ambitionierter Theologe sein Führungsamt antritt, dann ist er meist einfach nur damit überfordert mit der Feststellung, ob ein Bauprojekt nun mit drei Millionen oder mit dreissig Millionen angemessen ist. Als Machthaber ist man schlicht nicht daran gewöhnt, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen.

 Entscheidung und Budget

Natürlich wissen wir alle, sofern wir nicht allzu lange Bonzen gewesen sind, dass so etwas keine zulässige Ausrede ist. Wer die obere Leitung innehat, ist eben verpflichtet, bestimmte Dinge zu wissen. Alleine schon der Umstand, dass er diese Dinge nicht weiss, stellt eine schwere Amtspflichtsverletzung dar.

Ganz gleichgültig, ob es nun um eine neue Amtsresidenz, einen First-Class-Flug, ein Smaragd-Armband oder eine Handelskammer-Broschüre geht. Bei einer Entscheidung ist die Frage nach der Finanzierbarkeit – nach der wirtschaftlichen Machbarkeit – ein vordringliches Element, vor dem sich kein Entscheidungsträger drücken kann. Denn jede Sachentscheidung hängt unmittelbar auch damit zusammen, ob sie angemessen finanzierbar ist.

Die distanzierte Haltung zum Geld, zum Budget, zum vernünftigen Wertverhältnis ist somit ein charakterliches Merkmal, das die Fähigkeit zur Verantwortung und zur Entscheidung eher in Frage stellt.

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Über textepollert

Achim H. Pollert Autor, Publizist, Berater; Schwerpunkte: Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft, Personalwesen, Geschichte/Politik; lebt in der Schweiz und Frankreich; spricht Deutsch, Englisch, Französisch fliessend
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